Mersolis Schöne verbindet, und das macht das hier vorgestellte Projekt besonders sinnfällig, die Erkenntnisse der Psychologie und Philosophie über den Vorgang des Kommunizierens mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Bildkunst zu einer ganz individuell geprägten Theorie, die hier unter dem Thema "Gedächtnisskulptur" exemplarisch und komprimiert, aber doch handhabbar in die bildnerische Gestaltungspraxis umgesetzt wird. - Dr. Jutta Lindemann | Kunstwissenschaftlerin
Zielstellungen
Unter dem Arbeitstitel "Gedächtnisskulptur" fassen wir konkret die Erarbeitung eines praktikablen Konzepts (Konzept der Gedächtnisskulptur) als Grundlage und Verfahrensbeschreibung; die Erarbeitung einer künstlerischen und theoretischen Umgebung (Umgebung der Gedächtnisskulptur) zur Interpretation und Verbesserung; und final eine aus der Praxis dieser Erarbeitungen entstehende dauerhafte Skulptur im Gedächtnis (Gedächtnisskulptur). [erweiterte Projektbeschreibung]
Auditorium Therapie oder Provokation? Gehirnwäsche oder Selbstentwurf? Ist das Heute unser Gestern - das Gestern unser Morgen? Finde ich im Museum Hilfe? Gedächtnisproduktion? Zukunftslaboratorium und musealisierte Utopie? Teilnehmer Die Gedächtnisskulptur erinnert mich an Arbeiten von Timm Ulrichs und Marina Abramović. Die Aktion war mit einem starken Flow-Gefühl verbunden. Die Gedächtnisskulptur war für mich eine der intensivsten Auseinandersetzungen mit mir und meiner Arbeit.
Gedächtnisskulptur im Stadmuseum Kassel von 29. Oktober bis zum 30. November 2008
Das von Mersolis Schöne angeleitete Experiment begann unter Ausschluss der Öffentlichkeit, durchlief die ersten 2 Phasen und mündete am 30. November in der Präsentation der entstandenen Arbeiten und im Gespräch mit den teilnehmenden Künstlern. Mersolis Schöne, Janine Luther und Bernhard & Meyer erläuterten dabei das Projekt und dessen Ablauf. Detailangaben zur Aktion in Kassel finden Sie [hier als PDF-Datei]
Künstler, die an der Gedächtnisskulptur im Stadtmuseum Kassel teilnahmen
Bernhard & Meyer ist Multi-Media-Künstler, geboren 1948 in Leer. Er studierte in Darmstadt, Paris und London. Zunächst in Forschung und Lehre tätig, anschließend leitende Funktionen in der Kommunikationswirtschaft. Heute ist er als freier Kreativer in Darmstadt ansässig und Vorstandsmitglied des BBK-Landesverbandes Hessen. Zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Kunstausstellungen in europäischen Bibliotheken, Galerien und Museen. Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie private und öffentliche Auftragsarbeiten. [mehr]
Bernhard & Meyers Gedanke zur Errichtung einer nachhaltigen Gedächtnisskulptur lautet: „This is an artist’s dream.“
1983 in Meiningen geboren, trat Janine Luther erstmals 2002 als Künstlerin in die Öffentlichkeit. Es folgten schwerpunktmäßig Aktionen und Installationen in Kopenhagen, Warschau, Görlitz und Dresden. 2008 stellt die gerade 24-jährige Künstlerin erstmals öffentlich Gemälde und Zeichnungen in Augsburg, Berlin, Dresden, Hamburg und Kassel aus. Janine Luther lebt in Zürich. [mehr]
Janine Luthers Gedanke zur Errichtung und Verankerung der Gedächtnisskulptur im Leben lautet: „Weck’ mich auf, wenn ich schlafe...“
Idee, Anleitung und Teilnahme
Mersolis Schöne, Jahrgang 1980, lebt in Zürich und Kassel und leitet seit 2002 das Freie Atelier für experimentelle Kunstformen. Sein Arbeitsbereich umfasst konzeptgebundene medien- und bildkünstlerische Ausdrucksformen und Aktionen in deren Fokus kollaborative Gedächtnis- und Dialogprozesse stehen. Zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland. Als Initiator der Gedächtnisskulptur leitet er dieses Experiment an. [mehr]
Mersolis Schönes Gedanke zur Erprobung des bisher nur theoretisch ausgearbeiteten Konzepts der Gedächtnisskulptur lautet: „Das Feuer der Gehilfskrüppel“
Danke
Institutionen: Stadtmuseum Kassel, Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) / Regionalverband Kassel-Nordhessen e.V., Kulturdirektion Erfurt, Forschungsgemeinschaft Gedächtnisskulptur (FGGS), Freies Atelier für experimentelle Kunstformen; Personen: Wladimir Olenburg, Dr. Cornelia Dörr, Dr. Alexander Link, Dr. Jutta Lindemann, Norbert Städele, Klaus Wölbling, Ralf Pasch, Ayşe Güleç, Regina Raab